Der Suchende
Es war einmal ein Suchender.
Er suchte nach einer Lösung für sein Problem, konnte sie aber nicht finden.
Er suchte immer heftiger, immer verbissener, immer schneller und
fand sie doch nirgends.
Die Lösung ihrerseits war inzwischen schon ganz außer Atem. Es gelang ihr
einfach nicht, den Suchenden einzuholen, bei dem Tempo, mit dem
er hin- und herraste, ohne auch nur einmal zu verschnaufen oder
sich umzusehen.
Eines Tages brach der Suchende mutlos zusammen, setzte sich auf einen Stein,
legte den Kopf in die Hände und wollte sich eine Weile ausruhen.
Die Lösung, die schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte, dass der Suchende
einmal anhalten würde, stolperte mit voller Wucht über ihn! Und er fing auf, was
da so plötzlich über ihn hereinbrach und entdeckte erstaunt,
dass er seine Lösung in Händen hielt.
(Verfasser unbekannt)
Worte, Worte, Worte
Ein Guru versuchte einmal, einer Gruppe von Leuten zu erklären,
wie die Menschen auf Worte reagieren, sich von Worten ernähren,
von ihnen leben, mehr als von der Wirklichkeit.
Einer der Männer stand auf und protestierte.
Er sagte "Dem kann ich nicht zustimmen,
dass Worte eine so grosse Wirkung auf uns haben."
Der Guru erwiderte "Setzt dich hin, du Mistkerl."
Der Mann wurde blass vor Zorn und sagte:
"Du nennst dich selbst einen Erleuchteten, nennst dich Guru,
Meister, aber du solltest dich schämen."
Der Guru sagte: "Entschuldigen Sie, mein Herr, ich habe mich
hin reissen lassen. Ich bitte Sie vielmals um Entschuldigung,
es war ein Versehen, es tut mir leid."
Schliesslich beruhigte sich der Mann.
Der Guru sagte darauf: "Ein paar Worte genügen, um einen wahren
Sturm in Ihnen zu entfachen; und ein paar Worte genügten, um Sie
wieder zu beruhigen, war es nicht so?"
Worte, Worte, Worte - wie einengend sind sie, wenn man sie nicht
richtig gebraucht.
(Verfasser unbekannt)
Weisheit des Universums
Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre,
wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden,
bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die
Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken,
wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.
Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde
zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald
alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug
versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten
Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter
die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.
Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: "Ich weiß, was zu
tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen." Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.
(Verfasser unbekannt)
































